Hilfe, meine Domain wurde entführt!
Googles Umgang mit dem Phänomen URL-Hijacking erzürnt die Branche
Die Suchmaschinen-Größe Google gerät immer mehr in Bedrängnis. Nicht genug, dass der lange Zeit unumstrittene Marktführer mit Microsoft und Yahoo zwei ernsthafte und finanzstarke Konkurrenten bekommen hat, mit denen sich der US-Konzern seit Monaten einen Wettlauf um neue Suchmaschinen-Produkte liefert. In letzter Zeit häufen sich in Branchenkreisen auch verstärkt Beschwerden über die Anfälligkeit der Google-Technologie für Manipulationen und das damit verbundene Krisenmanagement.
Zugriffe über Google nehmen ab
Bei diesen Befehlen wird kein Link gesetzt, sondern eine weitere Seite zwischengeschaltet, um Klicks oder sonstige statistische Daten zu speichern. Google nimmt dann vielfach die Zählskript-URL anstatt der Ziel-URL in den Index auf. Die gesuchte Seite fällt dann auf einen schlechteren Ranglistenplatz ab oder verschwindet ganz aus der Ergebnisliste. Die Folge: Die Zugriffe über Suchmaschinen nehmen deutlich ab. Dadurch bleiben neue Besucher aus, Anfragen und Verkäufe gehen zurück, was für E-Commerce-Anbieter schnell existenzbedrohend werden kann. Prominente Beispiele für URL-Entführungen sind die Verbraucherportale Dooyou und Testberichte.de.
Nach Beobachtung von Lothar Wuth, Marketingchef der Suchmaschinen-Marketing-Agentur 44u, kann dieses Problem auch bei der Nutzung von Übersetzungs-Sites auftreten. Der Grund: Google sieht keinen Unterschied zwischen der ursprünglichen und der übersetzten Seite und schmeißt daher eine Seite – leider oft die falsche – aus dem Index. So kann es passieren, dass die Ergebnisliste nur eine japanische Version der gesuchten Site ausspuckt, was meistens nicht im Sinne des Suchers ist.
Besonders heikel wird es, wenn eine betrügerische Absicht hinter dem URL-Hijacking steckt. Noch passieren die meisten Website-Entführungen unabsichtlich, sodass es oft nur eines kurzen Telefonanrufes bedarf, um den Fehler zu beheben. In letzter Zeit häufen sich aber Fälle, bei denen kundige Website-Betreiber den Google-Bug gezielt dazu nutzen, der Konkurrenz zu schaden und/oder eigene Domains in den Ergebnislisten nach oben zu bringen.
Dem dänischen Web-Spezialisten Claus Schmidt zufolge richten einige Angreifer Seiten ein, die sich als das Original anderer Seiten ausgeben und so deren Position im Index übernehmen, ohne dass der eigentliche Seitenbetreiber davon etwas mitbekommt.
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